She-Male trouble
 
album "burner" out now!
 
Am Anfang war das Feuer .... und dann saß Carola einst mit drei ihrer Busenfreundinnen auf ´ner Wiese in Berlin und die vier kamen auf den Trichter "Wir machen jetzt ´ne Band". Sie hatten zwar noch keine Ahnung wer später welches Instrument spielen sollte (dummerweise konnte niemand gar nix spielen), aber 2 Dinge waren klar: es sollte Punkrock werden und "Female Trouble" heißen (nach dem Film von John Waters mit Devine). Jedoch zogen die Jahre ins Land ohne dass aus dieser Idee auch nur im Ansatz etwas wurde. Plötzlich klingelte es an der Tür und Carolas Nachbarin Maike fragte "du wir machen so ´ne Band - willste nicht mal singen?". Na klar - und ´nen Bandnamen hab ich auch schon. So kam es zur Urbesetzung von "Female Trouble".
 
Im Jahre 1992 kam es dann zu den ersten zaghaften Auftritten auf einer Party auf der Kolchose bei Nauen und vorallem NACH(!) "NOFX" in "Huxley´s Neuer Welt". Da man sich noch nicht sooooo sicher war mit den frisch geübten Songs, wurde Sichtkontakt an diversen heiklen Stellen verinbart. Leider hatten die Damen ihre Rechnung ohne die Nebelmaschine gemacht, die allen Anwesenden einen schier unvergessenen Abend bescherte. Bald ging die erste Trommlerin (Frau Gabi Puschmann) und wurde durch Arianna ersetzt und mit Eva kam eine zweite Gitarristin in die Band. Im Jahre 1994 erschien dann die erste EP "Angry Mad Pussy" (XNO Records). Pünktlich zur Veröffentlichung der EP hatte das Label eine Tour mit den Berliner Rauhbeinen "Gunjah" und "Mindwar" aus den USA organisiert. Leider kam es ob der unausgewogenen Präsentation einzelner Musikerinnen im Booklet (Fotos) der EP zu Unstimmigkeiten. So startete diese Tour mit tief schwarzen Wolken am Firmament, die sich bereits am dritten Tag in tosendem Donner entluden, was zur Folge hatte, dass die Bassistin die Band verlassen mußte oder nicht am Verlassen der Band gehindert wurde ... oder so ähnlich. Um den Fortgang der Tour zu sichern wurde der Mann vom Label welcher als Tourmanager fungierte und von dem bekannt war, dass er des Gitarre spielens mächtig war, zum Bass spielen verdonnert. So durfte Torsten im Treppenhaus des Düsseldorfer "AK 47" seine ersten fünf "Female Trouble" Songs lernen. Vom Treppenhaus ging es dann direkt auf die Bühne. Nach der Tour verließ auch Maike die Band, um ihrer ausgeschiedenen Freundin Carla die Stange zu halten und das verbliebene 3-Frauen-1-Mann-Quartett tourte von nun an über Jahre (meist sogar in Harmonie) durch die Lande und nahm 2 Longplayer und eine 7 Inch auf. Der erste Longplayer "Cleanin Up The Hood" wurde in einer Scheune im tschechischen Hinterland von Strakonice aufgenommen. Leider hat sich das Landleben nicht allzu gut auf die Platte ausgewirkt, so dass wir im Nachhinein einstimmig der Meinung sind, dass dies trotz "Childhood" und "Colours" die schlechteste "Female Trouble" ist. Well - kann ja mal passieren. Dafür ist uns die folgende 7 Inch "Punk As Fuck" ganz gut gelungen. 2 Songs voll inne Fresse - das war genau was wir wollten. Und einer davon ist ein tolles Agent-Orange-Cover ("Last Goodbye").
 
Dann gab´s nochmal einen Longplayer ("Anarchy In The Backyard") und 1999 kam was kommen musste: Eva wurde schwanger und wollte sich dem Famielienleben zu- und dem Rock´n´Roll abwenden, während es Arianna zurück in ihre Heimat Sizilien zog. Dies war eine wilde Zeit in der wir nicht wussten, was die Butter kostet und unsere Musik wert ist. Für Eva waren Olli und Flo in die Band gekommen und um unserer Verwirrung ein Ende zu bereiten, buchten wir ein paar Studio-Tage, überredeten Thomas von den Beatsteaks für uns zu trommeln (ein Ersatz für Arianna war noch nicht gefunden) ..... und nahmen einfach mal 4 Songs auf. Zu unserer Überraschung klang das Ergebnis gar nicht so schlecht, weshalb wir beschlossen daraus ´ne EP zu machen. Im Herbst fanden wir mit Micha von den "Troopers" einen neuen Mann für´s Schlagzeug. Aufgrund der klitzekleinen musikalischen Veränderung die wir zu dieser erfahren hatten und der Tatsache, dass "Female Trouble" verdammt nach Emanzen-Schlachtschiff klingt (leider kam niemand auf den Trichter, dass der Name "Female Trouble" vom John Waters Film kommen könnte) begannen wir mit einem Namenswechsel zu liebäugeln. Während die neuen sofort dabei waren alles alte über Bord zu schmeissen, hielten Carola und Torsten wegen der guten alten Zeiten am alten Namen fest. Bis uns die nahezu geniale Idee kam die "Geschlechtsumwandlung" unserer Kapelle von einer "reinen" Frauenband zu einer 4-Männer-1-Frau-Kombo mit dem Namen "She-Male Trouble" zu manifestieren. Mit dem Namen war dann auch die Brücke zu "Female Trouble" nicht zu übersehen. Im Oktober 99 erschienen wir noch ein letztes mal unter dem Namen "Female Trouble" auf der CD-Compilation "Sallys Sounds" mit dem Roughmix von "Stuck" (wir finden diesen Roughmix eigentlich besser als den späteren Mix wie er auf "Burner" zu hören ist).
 
Im Dezember betraten wir dann zum ersten mal als "She-Male Trouble" die Bretter die die Welt bedeuten. Dies geschah auf der Record Release Party zum "Berlin Allstars" Sampler im "SO 36". Auf dem Sampler selbst waren wir mit "Unkind" vertreten. Im Januar kam dann endlich die 4-Song-EP "Burner" und jetzt sollte alles gut werden. Die Record Release Party im Tommy Weissbecker Haus war großartig und im April konnten wir schon mit den "Peepshows" aus Schweden auf Tour gehen. Leider stellte sich bereits auf dieser Tour heraus, dass wir die Besetzungswechsel-Querelen noch nicht hinter uns hatten. Denn Flo, der immer mit einem Bein im Uncle Sallys und dem anderen fast beim Gitarrenunterricht stand konnte dem Druck der Öffentlichkeit (seine Freundin) und den aufkommenden Nickeligkeiten in der Band nicht stand halten und verließ noch am Abschlussabend der Tour im legendären Berliner "Pool Club" (Gott hab ihn seelig) die Band. Dummerweise hatten wir 7 Tage später ein Konzert im Vorprogramm der "Beatsteaks" im ausverkauften "Columbiafritz". Ollis alter Sandkastenkumpel Boris war schnell überredet und nach 5 Proben durfte er dann gleich vor 900 Leuten ran. Im Sommer kam dann unser erster Trip nach Spanien, wo wir dreimal mit "Dover" spielen durften. Leider kam es auch auf dieser Tour wieder zu Nickeligkeit in der Band, die sich bis zum Herbst so auswuchsen, dass es kein vor und kein zurück mehr gab. Die Musik hat zu dieser Zeit mal wirklich keinen Spaß gemacht. Olli und Micha verließen dann die Band, um sich voll auf ihre andere Band "Ojo Rojo" zu stürzen und es sah so aus als wären "She-Male Trouble" nun am Ende. Aber noch auf Couch auf der sie soeben verlassen wurden, waren sich die verbliebenen drei einig, dass sie doch noch Lust hätten nochmal ein bischen mit der Gitarre durch die Lande zu ziehen, um einfach nur Spaß zu haben. Durch unsere Nordberliner Kumpels von "Solarez" kamen wir auf Nico, den wir überhaupt nicht kannten und der einige Jahre überhaupt nicht getrommelt hatte. Nico war aber offensichtlich ein knorke Typ und wir entschlossen uns zu ernster Arbeit, damit der Mann entrostet werden konnte. Und dann rückte Nico damit raus, dass er noch ´nen Kumpel habe, der zwar gerade in Hamburg irgendein Praktikum absolvieren würde, der aber voll auf so ´n Schweinerock stehen würde. Und so stand dann irgendwann ein aus Nervösitätsgründen vorverdichteter André bei uns im Proberaum zum Vorspiel. Ach ja, Andrè hatte sich uns schon vorher mal live angesehen als wir wir mit Olli und Micha noch ein, zwei Abschiedskonzerte in und um Berlin spielten. Also, besagter Andrè hatte sich die "Burner" EP zur Brust genommen und nun wollten wir mal zusammen rocken. Also, schön "Unkind" gespielt. Lief super, ABER: wo war das Solo? Wir also "Ey, Andre - Alter - das klang ja schon echt gut, aber lass uns das nochmal spielen und mach ma dit Solo und so". Andre (zaghaft): "Joh". Also nochmal. War super - aber kein Solo. Wir dann wieder "Andre! Komm schon du spielst doch super. Gib uns das Solo - du hastet doch druff!" .... noch ein "Joh". Neuer Versuch ..... kein Solo ..... dafür trank er lieber noch 2,3,4,7 Bier. Das war unser Mann!
 
Im Frühjahr 2001 wagten wir uns dann ganz vorsichtig wieder auf die eine oder andere Bühne und im Mai gingen wir auf eine erste kleine Testtour (5 Konzerte - 4 Länder) und gleich danach ins Studio, um endlich mal in Richtung Longplayer zu stolpern. Das Unterfangen "Longplayer" wurde dann aufgrund steigender Ansprüche unsererseits deutlich schwieriger als wir es uns zunächst vorgestellt hatten. Wir schrieben und zerrissen Songs, tourten dazwischen so viel es nur ging (z.B. mehrere Male mit "Dover") und während der 2. Trans Gender Rocks Tour - als das Album schon fast im Kasten war - kam es dann zu eienem gröberen medizinischen Zwischenfall, der Carola erst flach auf die Bretter und dann wochenlang ins Krankenhaus legte. Und so dauerte bis zum 4. August 2003 bis wir endlich unseren ersten Longplayer "Back From The Nitty Gritty" feiern durften. Die Jahre zuvor hatten wir aber so viel getourt, dass das einzige Bandmitglied in Festanstellung (Boris) die Themen Urlaub und Gleitzeit bis zum Anschlag ausgereizt hatte. Und wenn man eine Platte macht, dann muss man erst recht viel touren. Deshalb kam Boris auf uns zu und eröffnete uns, dass unsere Zukunft ohne ihn stattfinden müsste. Schließlich hätte er ja auch noch ein Mädchen mit dem er auch mal in Urlaub fahren wollte. Dabei hatten wir uns so gut verstanden. Alles was hier über Nickeligkeiten und Ärger geschreiben wurde, war seit Dezember 2000 Schnee von gestern. Die Carola-Boris-Nico-Andre-Torsten Besetzung war das Flagschiff der Harmonie. Aber Boris Ausstieg war unumgänglich und wir fanden mit Volker jemanden der mutig oder dumm genug war sich in diesen verschworenen Haufen zu setzen und darauf zu warten bis unser Mikrokosmos seine Regeln auf Volker´s Bedürfnisse zuschneidern würde. Bei den Zugaben zur Record Release Party von "Back From The Nitty Gritty" wurde Volker der Öffentlichkeit vorgestellt. Diese Record Release Party war übrigens das allergrößte was uns als Kapelle je widerfahren war. Wir hatten monatelang unser Album promotet, tausende Plakate geklebt, Flyer verteilt .... und dann war nach all den Jahren des "Vorband Seins" das "SO 36" voll. Und zwar auf UNSEREM Konzert. Wir waren im siebten Himmel (vorallem Torsten, dem während unseres Konzerts mehrere Paare sekundärer weiblicher Geschlechtsmerkmale gezeigt wurden). Danach kam die zweiteilige, endlose Ochsentour, mit einem Support für "Deep Purple" zwischendurch, um das Album unter´s Volk zu bringen.
 
Und im Sommer 04 spielten wir zum ersten Mal so richtig Festivals. Viele kleine, aber auch mal ein "Rock Im Park" oder ein "Forestglade".
So viel bis hier und heute.
 
 
 
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